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improve consult Newsletter 08/2020


improve consult – Erheblich Gefahren durch die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bis März 2021

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) möchte überschuldete Unternehmen noch länger von der Pflicht zum Insolvenzantrag befreien. Sie kündigte an, pandemiebedingt überschuldete Unternehmen mehr Zeit zu geben, sich durch das in vielen Branchen wieder anziehende Wirtschaftsgeschehen oder staatliche Hilfsangebote zu sanieren. Die Verlängerung stößt nicht bei allen Marktteilnehmern auf ungeteilte Zustimmung.

Es stellt sich die Frage, wieso einem Unternehmen, dass es bis Ende September 2020 nicht geschafft hat, sich an das neue durch Corona veränderte Umfeld anzupassen, dies bis März 2021 gelingen sollte. Zumal zu befürchten steht, dass die Belastungen durch die Pandemie im Winterhalbjahr eher wieder zunehmen.

Eine von der Politik verordnete Aussetzung von Insolvenzverfahren für ein ganzes Jahr dürfte zu einer erheblichen Belastung für die gesunden Unternehmen führen. Die Zahl der „Zombie-Unternehmen“ wird weiter steigen. Diese werden eine aggressive Preispolitik verfolgen, die die Gewinnmargen der gesunden Unternehmen belastet und insgesamt den Strukturwandel behindert. Zwar hat die Zahl der Zombie-Unternehmen durch die Nullzinspolitik der EZB schon seit einiger Zeit zugenommen, aber die durch das Moratorium geschaffene neue Gattung ist weitaus gefährlicher. Da sich die Zinspolitik der EZB wohl auf Jahre nicht verändern wird, dürften die „Zinswiedergänger“ noch entsprechend lange umhergeistern. Der nunmehr entstehenden Gattung von Zombies dürfte dagegen nur ein kurzer Aufenthalt im Reich der Untoten beschieden sein – mit entsprechenden Risiken für die Banken und für gesunde Unternehmen, die mit diesen Unternehmen Geschäftsbeziehungen unterhalten. Mit dem Ablauf des Moratoriums Ende März 2021 dürfte nicht nur die Zahl der dann einsetzenden Insolvenzverfahren – im Vergleich zu Ende September 2020 – deutlich steigen, es könnte gar zu einem Dominoeffekt kommen, beidem auch gesunde Unternehmen durch die Häufung von Zahlungsausfällen in die Knie gezwungen werden.

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Die Wirtschaftsleistung in den USA ist im zweiten Quartal wegen der Coronaviruspandemie trotz gewaltiger Konjunkturpakete dramatisch eingebrochen. Von April bis einschließlich Juni schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) aufs Jahr hochgerechnet um 32,9 Prozent ein. Das war der tiefste Einbruch in einem Vierteljahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Nach der in Europa gebräuchlichen Berichtsweise im Quartalsvergleich entspräche das umgerechnet etwa einem Minus von fast 10 Prozent.

Im ersten Vierteljahr war die US-Wirtschaft aufs Jahr hochgerechnet bereits um 5 Prozent geschrumpft. Die Zuspitzung der Coronapandemie ab Mitte März stürzte die USA dann aber in eine schwere Wirtschaftskrise. In der zweiten Maihälfte und im Juni gab es bereits wieder Zeichen einer Erholung. Seit Ende Juni hat die Zahl der Neuinfektionen aber wieder dramatisch zugenommen, was zu neuerlichen Einschränkungen des Wirtschaftslebens geführt hat und das Wachstum erneut ausbremsen dürfte. Die Arbeitslosenquote lag im Juni bei 11,1 Prozent. Vor der Pandemie hatte sie noch bei 3,5 Prozent gelegen.

Notenbankchef Jerome Powell hatte vor einem historischen Einbruch des BIP gewarnt. Er erklärte, die weitere Entwicklung der größten Volkswirtschaft der Welt sei wegen der Pandemie höchst unsicher. Der Verlauf der Wirtschaft wird in sehr großem Ausmaß vom Verlauf des Virus abhängen. Ohne eine Eindämmung des Virus sei eine vollständige wirtschaftliche Erholung "unwahrscheinlich".

US-Präsident Donald Trumps Regierung hingegen hofft auf eine rasche Erholung der größten Volkswirtschaft der Welt im dritten Quartal. Trump drängt daher trotz Pandemie auf eine rasche Normalisierung des Wirtschaftslebens. Analysten sehen die Hoffnung auf einen schnellen Aufschwung allerdings zumeist skeptischer.


 

improve consult – Zahlungsmoral als Indikator für Insolvenzwelle

Bei vielen Unternehmen – so eine aktuelle Studie der Wirtschaftsauskunftei Creditreform – neigen sich die finanziellen Mittel dem Ende zu. Gleichzeitig verschlechtert sich die Zahlungsmoral, obwohl bislang nur wenige Firmen Insolvenz angemeldet haben. Immer mehr Rechnungen werden verspätet bezahlt.

Dies alles deutet darauf hin, dass dies die Ruhe vor dem Sturm ist. Auf den ersten Blick ist die Lage in der deutschen Wirtschaft trotz Pandemie noch erstaunlich gut. Insgesamt verzeichneten die deutschen Amtsgerichte im Mai nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gerade einmal 1.504 Firmenpleiten. Das waren 9,9 Prozent weniger als im gleichen Vorjahresmonat. Die meisten Unternehmensinsolvenzen gab es im Handel einschließlich Kfz-Werkstätten mit 247 Fällen. Unternehmen des Baugewerbes stellten 235 Insolvenzanträge. Im Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen wurden 168 und im Gastgewerbe 164 Insolvenzanträge gemeldet. Im Schnitt waren die Betriebe allerdings größer als vor einem Jahr, denn die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger lagen mit knapp 3,1 Milliarden Euro deutlich über der Summe des Vorjahresmonats von 2,5 Milliarden Euro.

Ein wichtiger Grund für die vergleichsweise positive Entwicklung der Insolvenzzahlen ist allerdings, dass die Insolvenzantragspflicht für Unternehmen seit dem 1. März 2020 ausgesetzt ist. Die wirtschaftliche Not durch die Corona-Krise spiegele sich somit bislang nicht in der Pleitebilanz wider.

Umso wichtiger werden deshalb andere Indikatoren für die Bewertung der Lage der Wirtschaft. Ein wesentlicher Faktor sind die finanziellen Mittel (Liquidität), die den Unternehmen zur Verfügung stehen. Die Liquidität nimmt deutlich ab. Die durchschnittliche Verzugsdauer bei offenen Rechnungen in der deutschen Wirtschaft ist im ersten Halbjahr auf 10,82 Tage gestiegen, so Creditreform. Mit 2.188 Euro lag der Durchschnittsbetrag der verspätet bezahlten Rechnungen außerdem um gut 5 Prozent über dem Vorjahresniveau und sogar rund 23 Prozent höher als 2016.

Negative Auswirkungen der Pandemie auf das Zahlungsverhalten lassen sich vor allem in der Industrie und in Exportbranchen beobachten. Beide Bereiche sind von der Krise unmittelbar getroffen worden. Ein Anstieg der Zahlungsverzögerungen bedeutet für die davon betroffenen Vorlieferanten und Kreditgeber höhere Ausfallrisiken. Damit droht eine Kettenreaktion, insbesondere in stark verflochtenen Wirtschaftsbereichen bis hin zu vermehrten Insolvenzanmeldungen.

Man darf die Augen nicht davor verschließen. Eine Insolvenzwelle von bisher nicht gekanntem Ausmaß droht, falls sich die Wirtschaft nicht rasch von dem durch die Corona-Pandemie ausgelösten Konjunktureinbruch erholt. Nach Einschätzung von Experten könnte es einen Anstieg der Firmenpleiten um bis zu 20 Prozent geben.

Dem Working Capital Management muss in diesen Zeiten somit größte Aufmerksamkeit geschenkt werden. Das u.a. strukturierte und planvolle Managen der Debitoren und Kreditoren, des Einkaufs und – falls vorhanden – der Produktion sind überlebenswichtig.

Die improve consult als Turnaround Experte beherrscht diese Disziplinen. Wir optimieren ihr Working Capital und leisten unseren Beitrag für ihren Erfolg. Sprechen Sie uns an.

 
 
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